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Alle Jubeljahre einmal

"Alle Jubeljahre einmal": Das sagt man, wenn etwas ziemlich selten geschieht. Der Ausdruck stammt aus dem Alten Testament, dem ersten Teil der Bibel. In den zahllosen Gesetzen des Volkes Israel gab es Vorschriften für ein Jahr ganz besonderer Art. Dieses Jahr wurde mit Hörner-Klang eröffnet, die auf Hebräisch Jobel heißen - deshalb Jobel- oder Jubeljahr.

Das Wort "Jubilieren" kommt zwar aus einer anderen Sprache, dem Lateinischen, aber Grund zum Jubilieren hatten im Jobeljahr einige Leute doch. Vor allem Leute, die heute Fälle für Beratungsstellen und Sozialämter gewesen wären, harte Zeiten dagegen waren es für Grundstückspekulanten: Da mußten Familien, die aus Not ihren Acker verkaufen mußten, Grund und Boden wieder zurückbekommen; Schulden mußten erlassen und Sklaven wieder freigelassen werden. Das klingt nach Sozialismus vor Zwei-Einhalb-Tausend Jahren. Die Schattenseite des Ganzen: Wir haben erstens kaum Belege, daß das alles konsequent durchgesetzt worden wäre. Und zweitens sah das Gesetz solch ein Jobeljahr nur alle 50 Jahre vor - viel zu selten eben.

3 Moses 25,8ff

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.