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Aug um Auge, Zahn um Zahn

Wenn jemand harte Rache schwört, dann sagt er heute vor sich hin "Aug um Auge, Zahn um Zahn" und zitiert damit eine Anweisung aus der Bibel. Dort gibt Mose dem Volk Gottes diese Anweisung innerhalb einer langen Liste von Schadens-Regulierungen, wenn zwischen zwei Menschen etwas Schlimmes passiert. Da heißt es: "Ist weiterer Schaden entstanden, dann musst du geben: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmahl für Brandmahl, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme."

Dieses Gesetz der Vergeltung hört sich für unsere Ohren vielleicht etwas hart an. Aber wir müssen gerecht bleiben. Es stellt für die Zeit, in der es aufgeschrieben wurde, ein Stück Rechtssicherheit her. Es begrenzt die Vergeltung. Wenn ein Mord geschieht, dann darf nicht mal eben die gesamte Sippe des Mörders umgelegt werden, sondern nur der Mörder selbst. Und das klingt dann fast schon wieder modern.

Exodus 21,24

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.