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Aus seinem Herzen keine Mördergrube machen

Wenn man jemanden auffordern will, nun doch endlich zu sagen, was ihn bedrückt oder was er wirklich meint, dann sagt man manchmal: "Mach doch aus deinem Herzen keine Mördergrube." Diese Redewendung knüpft an Redewendungen in der Bibel an. Dort meint die Mördergrube "eine Höhle, einen Schlupfwinkel für Räuber und Mörder".

Bei Matthäus sagt Jesus zum Beispiel: "Mein Haus soll ein Bet-Haus sein; Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht." Jesus schimpft über den Umgang seiner Zeitgenossen mit dem Tempel in Jerusalem und hat sich damit wahrscheinlich viele Feinde gemacht. Ebenso erging es 500 Jahre vorher auch schon dem Propheten Jeremia.

Matthäus 21,13 und Jeremia 7,11

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.