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Den ersten Stein werfen / einen Stein gegen jemanden aufheben, werfen

Mit dem Finger auf andere zeigen ist leicht. Das war schon immer so. Wenn es um die Bestrafung von Verfehlungen anderer geht, konnte man sich zu Jesu Zeiten im Orient sogar aktiv beteiligen, nämlich wenn jemand zum Tode durch Steinigen verurteilt wurde. Da wurde dann jemand mit Steinen tot geworfen. Zum Beispiel stand auf Ehebruch diese Strafe. Die ersten Steine mußten die Zeugen der Tat werfen. - Die Gegner Jesu versuchten öfter, ihn öffentlich in Konflikt zu bringen. Er verkündete ja einen barmherzigen Gott, andere interessierten sich mehr für die gnadenlose Erfüllung der Gesetze. So stellten sie einmal eine Frau vor Jesus hin, die gerade beim Ehebruch ertappt worden war. Was sagt er dazu? Sagt Jesus "steinigen", macht er seine eigene Botschaft unglaubwürdig. Sagt er "nicht steinigen", widersetzt er sich der göttlichen Ordnung. Jesus antwortet: "Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe als erster einen Stein auf sie." Nun, die Frau kam noch einmal davon. Der Satz Jesu aber ist zum Sprichwort geworden.

Johannes 8, 7

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.