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Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach

Es ist eine häufig gebrauchte Ausrede: "Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach." Noch dazu eine biblische. Dass das Fleisch schwach ist, das steht außer Frage, vor allem, wenn das Gute zu erreichen etwas Anstrengung kostet. Aber oft bekommt der aufmerksame Betrachter den Eindruck, dass das Fleisch schon schwach wurde, noch bevor der Geist eine Chance hatte, willig zu sein.

Jesus hat diesen Satz seinen Jüngern zugerufen, als sie mit ihm in der Nacht vor seiner Gefangennahme wachen sollten. "Wacht und betet, damit Ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach." (Mt 26,41) Das sieht zunächst nach einer Aufteilung des Menschen in einzelne Teile aus. Es meint aber nach jüdischen Vorstellungen eher zweiten Seiten derselben Medaille. Es soll ausdrücken, wie widersprüchlich der Mensch ist: Er vereint in sich Endlichkeit und Streben nach Unendlichkeit, Todverfallenheit und Sehnsucht nach der Ewigkeit, Selbstsucht und Liebe zu dem Unendlichen. Der Geist braucht Stärkung, wenn er sich über das Fleisch erheben will - keine Ausreden. Jesus empfiehlt dafür das Gebet.

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.