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der Kelch geht an jemandem vorüber

Dieser Kelch ist an mir vorübergegangen. Das sagt man manchmal, wenn einem eine schwere, unangenehme Angelegenheit erspart geblieben ist.

Diese Redensart stammt - wie viele andere - aus der Bibel. Jesus spricht - so schreibt es Matthäus - in einem Gebet zu Gott: "Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber." Er meint damit seine Verhaftung und Hinrichtung. Der Kelch oder Becher spielt in der israelitisch-jüdischen Kultur eine wichtige Rolle. Bei Dankfeiern oder Trauerfeiern gab es verschiedene Zeremonien, bei denen der Becher eine Rolle spielte. Bei der Familien-Mahlzeit füllte der Hausvater persönlich die Becher seiner Angehörigen. Und das führte zu der Rede, wonach der Inhalt des Bechers das Schicksal bedeutet, das einem beschieden ist. Jesus meint also keinen tatsächlichen Kelch oder Becher, sondern er ringt mit Gott um sein Schicksal.

Matthäus 26, 39

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.