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Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande

Oft muss erst jemand von außerhalb kommen, um den Leuten etwas Tiefschürfendes über sich und ihre Zeit nahezubringen. Dass das jemand aus den eigenen Reihen vielleicht auch schon mal gesagt hat, spielt keine Rolle. Mancher Schriftsteller ist im Ausland entdeckt worden. Und wenn ein Unternehmensberater in wohlgesetzten Worten brilliert, gilt ein Vorschlag plötzlich etwas, den ein Mitarbeiter zuvor erfolglos unterbreitet hatte. Es scheint ausgemacht: Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande. Jesus erging das in seiner Heimat Nazareth anscheinend nicht viel anders. Bei Matthäus heißt es (in der Lutherübersetzung): "Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgend weniger denn in seinem Vaterland und in seinem Hause." Das mag vielleicht daran liegen, dass man den Propheten schon lange kennt, noch bevor er als Prophet hervortrat. Zum Beispiel auch mit seinen Schwächen. Vielleicht ist aber auch noch anderes im Spiel: Der Prophet hat seinen Mitmenschen oft Unangenehmes zu sagen, er verlangt meistens, dass sie ihr Leben ändern.

Matthäus 13,57

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.