kathweb

ein Buch mit sieben Siegeln

Für die einen sind es Computer, für andere die moderne Malerei, wieder für andere die Kochkunst: ein "Buch mit sieben Siegeln". Das sagt man so, wenn man zu einer Sache überhaupt keinen Zugang hat.

Diese Redewendung stammt aus dem letzten Buch der christlichen Bibel, der "Offenbarung des Johannes" oder - mit dem Fremdwort - aus "der Apokalypse des Johannes". Johannes greift hier die alte jüdische Überlieferung vom "Buch des Lebens" auf: In dieses Buch werden die Namen der Gerechten eingetragen und die Namen der Sünder werden getilgt. Johannes beschreibt in einer seiner Visionen, dass Gott ein Buch in der Hand hält, das "versiegelt mit sieben Siegeln" ist. Dieses Buch enthält die Ereignisse, die am Weltende geschehen sollen, und wohl auch die Namen der Gerechten. Wir einfachen Menschen werden nicht erfahren, was in diesem Buch steht - jedenfalls nicht vor der Zeit. Da sind die "sieben Siegel" vor.

Offenbarung des Johannes Kap 1 Verse 1-3

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.