kathweb

ein Koloß auf tönernen Füßen

So manche autoritäre Staatsmacht oder auch ein aufstrebendes Wirtschafts-Imperium wird von Zeitungskommentatoren gern als einen "Koloss auf tönernen Füßen" bezeichnet. Damit ist dann gemeint, dass diese Macht keine solide Grundlage hat. Das Wort "Koloss" stammt aus dem Griechischen und meint ein riesiges Standbild. In der Antike gab es davon einige, zum Beispiel an der Hafen-Einfahrt von Rhodos. Unter dessen Beinen konnten die Schiffe hindurchfahren. Die Rede vom "Koloss auf tönernen Füßen" ist uns aber durch die Bibel überliefert.

Im Buch Daniel wird ein Traum geschildert, in dem solch ein Koloss aus Gold, Silber, Erz und Eisen besteht. Die Füße aber sind teilweise aus Ton. Dieser Koloss bezeichnet die vier grossen Weltreiche, unter denen das Volk Israel in der Antike zu leiden hatte. Daniel drückt seine Hoffnung aus, daß das Reich Gottes, das noch kommen soll, alle weltlichen Reiche überwinden wird. In dem Traum trifft ein Stein die tönernen Füße und der Koloss stürzt in sich zusammen.

Daniel 2,31 und folgende

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.