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Ein Menetekel

Menetekel sind heute wohl hauptsächlich in den Kommentarspalten der Zeitungen zu finden. Die Kommentatoren bedienen sich auffällig gern der Redewendungen, die uns aus der Bibel überkommen sind. Wenn es um Vorzeichen für schlimme Ereignisse geht, nennen sie das oft ein "Menetekel".

Das Wort geht auf das biblische Buch Daniel zurück. Dort wird erzählt: Der babylonische König Belschazzar veranstaltet ein großes Festgelage. Dabei lässt er Gefäße herholen, die er aus dem Jerusalemer Tempel geraubt hat. Das mächtige babylonische Reich hatte kurz zuvor den kleinen jüdischen Staat erobert. Aus Übermut lässt der König die heiligen Gefäße als Trinkbecher mißbrauchen. Kurz darauf sieht er, wie eine geisterhafte Hand etwas an die Palastwand schreibt: "Mene mene tekel u-parsin." Daraus wurde später in der Literatur das Menetekel. Der genaue Sinn dieser rätselhaften Worte ist bis heute unklar. Ein Jude, der sich am babylonischen Hof aufhielt, der weise Daniel, deutet die Schrift der geisterhaften Hand so: Die Herrschaft des Belschazzar geht zu Ende, das Reich zerfällt. Lapidar heißt es im Buch Daniel: "Noch in derselben Nacht wurde Belschazzar, der König der Chaldäer, getötet." (Daniel 5, 30)

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.