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Ein Pharisäer sein

In manchen Cafes bekommt man ihn zu trinken: einen Pharisäer. Das ist dann in der Regel ein Kaffee mit einem Schuß Rum. Den Alkohol in der Tasse sieht und ahnt man nicht, und das ist der Witz an der Sache. Pharisäer, so beschimpft man oft scheinheilige Menschen, die hohe ethische Ansprüche an das Handeln anderer stellen, aber selbst nicht einhalten. Und die sich obendrein für "etwas Besseres" halten. Dieses Bild der Pharisäer wurde in den christlichen Kirchen über Jahrhunderte gepflegt, wird ihnen wohl aber nicht ganz gerecht. Auf jeden Fall wird man dieser jüdischen religiösen Partei oder Strömung zur Zeit Jesu ihren religiösen Ernst zugute halten müssen. Den hat Jesus auch nicht angegriffen. Allerdings hat er ihre rein formale Einhaltung der unzähligen Gesetzesvorschriften und ihr Streben nach ritueller Reinheit gegeißelt, schließlich ihre Neigung, sich in ihrem religiösen Eifer über ihre Mitmenschen zu erheben. Die Frage, mit der sie Jesus auf die Probe stellen wollen, ist "typisch pharisäisch": "Welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?" Seine Antwort in Kurzfassung: Gottesliebe und Nächstenliebe - also nicht Vorschrift, sondern die Liebe. Wenn man das weiß, weiß man genug.

Matthäus 22,34

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.