kathweb

Es geschehen noch Zeichen und Wunder

Der Ehemann kam doch tatsächlich mal ohne Grund mit Blumen in der Hand nach Hause. Der Kollege hat sich ausnahmsweise mal an die Spielregeln gehalten. Oder: Der Sohn hat doch tatsächlich den Müll freiwillig weggeschafft. In solchen Situationen sagt man manchmal: "Es geschehen noch Zeichen und Wunder."

Diese Redewendung ist eigentlich eine Verdopplung. Sie stammt aus dem zweiten Buch der Bibel, dem Buch Exodus. Aber wenn dort von "Zeichen und Wundern" die Rede ist, dann sind damit außergewöhnliche Erscheinungen gemeint. Wir kennen diese Wunder als die zehn ägyptischen Plagen. Gott lässt riesige Heuschrecken-Schwärme die komplette Ernte des Landes Ägypten vernichten. Das Wasser des Nils verwandelt sich in eine rote Brühe. Und so weiter. Schließlich sterben alle Erstgeborenen. Schwere Geschütze also. Wunder mit Zeichencharakter. Mit diesen Wundern will Gott erzwingen, dass der Pharao das Volk Israel ausreisen lässt. Jesus warnt Jahrhunderte später seine Zeitgenossen vor falschen Propheten, die das Volk mit "Zeichen und Wundern" blenden wollen. Das Volk scheint auf solche Wunder geradezu gewartet zu haben. Und wir sind heute schon mit recht banalen Dingen zufrieden.

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.