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Feigenblatt / listige Schlange

Wenn ein Politiker oder Manager schnell eine publikumswirksame Maßnahme ankündigt, die einen Missstand aus der Welt räumen soll, dann sagt man oft: "Das ist doch nur ein Feigenblatt." Natürlich ist damit nicht wirklich ein grünes Blatt gemeint. Es soll heißen: Der Missstand wird nur spärlich verdeckt.

Man sagt das so in Anlehnung an die biblische Geschichte vom Sündenfall. Die zweite Schöpfungserzählung der Bibel geht ja davon aus, dass die Menschheit sozusagen ein einziges Ur-Ur-Ur-Eltern-Paar hatte, Adam und Eva, die in einem paradiesischen Garten leben. Da durften sie alles, nur nicht von dem Baum der Erkenntnis in der Mitte des Gartens essen. Nun, sie taten es trotzdem. Wer von beiden schuld war, soll hier nicht erörtert werden. Jedenfalls erkannten sie - so steht es in der Bibel - dass sie nackt waren. Das wollten sie ändern - aus Scham vermutlich - und sie machten sich deshalb aus Feigenblättern einen Lendenschurz. Im Original steht wirklich die Mehrzahl da: Feigenblätter. Das hat jahrhundertelang die Künstler nicht gehindert, das erste Menschenpaar mit nur einem Blatt vor dem Geschlechtsteil zu malen. Vermutlich um zeigen, daß es nichts wirklich geändert hat, denn irgendwie sind sie immer noch nackt.

1 Mose (Genesis) 3 Vers 7

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.