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Herrje, oh jemine

Manchmal ruft man spontan "Oh Jemine" oder auch "Herrje". Aber ehrlich: Wissen Sie, was das heißt? Diese Ausrufe stammen aus der biblisch-christlichen Tradition. Jesus aus Nazareth wird von den Christen nicht nur als herausragender Mensche verehrt, sondern als Gott. Er wird deshalb von den Christen als Herr angerufen. Lateinisch: Jesus Domine*. Nun gab es da aber auch das Gebot, daß man den Namen des Herrn nicht leichtfertig aussprechen soll. Der Volksmund umging das einfach, indem er die Anrufung verkürzt hat. Aus "Jesus Domine" wurde "Jemine". Auf die gleiche Art entstand aus "Herr Jesus" das bekannte "Herrje".

*Erste Silbe betonen, das "e" ist lang zu sprechen wie in "Emil".

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.