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Im Adamskostüm

Alle Jahre wieder - zur Faschingszeit gibt mit Sicherheit irgendein Witzbold den heißen Tip: Geh doch zum Fasching im Adamskostüm! Diese Redewendung spricht verhüllend von nackten Tatsachen: Denn Adama und Eva sind im Paradies ursprünglich nackt gewesen.

So heißt es in der zweiten Schöpfungserzählung des Buches Genesis. Sie leben im Zustand kindlicher Unschuld, bis durch den Sündenfall Begierde, Scham und Schuld Einzug in das Leben des ersten Menschenpaares halten. Für's erste half ein primitiver Lendenschurz, der erste Maßanzug sozusagen; das wäre heute für Otto-Normalverdiener viel zu teuer. Das Verhältnis zur Nacktheit scheint der Mensch bis heute nicht in den Griff zu bekommen. Was den einen als erstrebenswert erscheint, ist anderen ein ungeheurer Frevel. Nackheit ist allgemein Symbol von Schutzlosigkeit. Aber da ist auch das andere: In den Metropolen der westlichen Welt laufen heutzutage immer wieder teuer bezahlte Models mit ebenso teurer Designer-Mode über den Laufsteg, Mode, die den Blicken des Gegenüber eigentlich mehr preisgibt als verhüllt. Woran mag das liegen?

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.