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Laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut

Das solls ja gelegentlich geben: Der Chef ist nicht da, und als ein wichtiger Kunde anruft, weiß im ganzen Laden keiner, was da abgesprochen war. In solchen Situationen sagt man oft: "Hier weiß die Linke nicht, was die Rechte tut." Ein Spruch, der aus der Bibel stammt und dort eigentlich was anderes meint. Da geht es weniger um das Chaos sondern eher um Bescheidenheit, um Diskretion. Jesus empfiehlt vor 2000 Jahren seinen Zeitgenossen: Wenn sie fromm sein wollen, sollen sie großzügig Almosen geben. Heute würde man sagen: "Für mildtätige Zwecke spenden." Aber man soll es verschwiegen tun und nicht damit prahlen. Sie sollen darauf vertrauen, daß sie von Gott belohnt werden und nicht durch gesellschaftliche Anerkennung. Sie sollen eben am besten so spenden, daß "die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut".

Matthäus Kap 6 Verse 3

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.