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Mit dem Mantel der Nächstenliebe zudecken

Himmlischer Beistand hin oder her, in der Kirche geht es oft sehr irdisch zu. Das ist eigentlich kein Wunder - bei näherer Betrachtung. Schließlich ist es Glaube derselben Kirche, dass Gott den Menschen in seiner Freiheit ernst nimmt. Und dass der Mensch schwach ist. Wenn aber Konflikte in der Kirche nicht so sehr ins Rampenlicht gezerrt werden, dann sagen Kritiker manchmal: "Da wird wieder alles mit dem Mantel der Nächstenliebe zugedeckt."

Diese heute kritisch verstandene Redewendung geht nun ausgerechnet auf die Bibel zurück, genauer auf den ersten Petrusbrief. Da lautet eine Anweisung an die Gemeinden: "Vor allem haltet fest an der Liebe zueinander, denn die Liebe deckt viele Sünden zu." (1 Petr 4,8) Da ist das also noch positiv gemeint und heißt nicht, dass da einfach etwas unter den Teppich gekehrt wird.

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.