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mit seinen Pfunden wuchern / Talent

Der oder die hat Talent. Das hört man öfter, obwohl wohl kaum jemand damit meint, was das Wort ursprünglich bedeutet: Geld beziehungsweise ein bestimmtes Gewicht Edelmetall. In der Antike war das Talent eine Art Währung. Daß wir darunter etwas anderes verstehen, nämlich etwas, das man ohne eigenes Verdienst bekommen hat und aus dem man etwas machen kann: Das haben wir der Bibel zu verdanken. Jesus erzählt in einer Geschichte von einem reichen Mann, der verreist und sein Vermögen unter mehrere Verwalter aufteilt. Jeder bekommt ein Talent in die Hand und soll daraus etwas für seinen Chef machen, nämlich noch mehr Talente. Geld also. Die Verwalter lösen die Aufgabe unterschiedlich gut. Und deshalb bedeutet heute in allen europäischen Sprachen "Talent" soviel wie "Begabung". Martin Luther hat das "Talent" zuerst mit "Zentner", dann mit "Pfunden" übersetzt und so heißt es heute auch, daß da jemand "mit seinen Pfunden gewuchert" hat. Das hat also nichts mit Gewichts-Problemen zu tun, sondern meint das gleiche: da hat jemand aus seinem Talent etwas gemacht.

Matthäus 25, 14 folgende, auch Lukas 19, 12 folgende

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.