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Pater noster

In unseren Großstädten gibt es meist irgendwo in einem älteren Bürogebäude noch einen von diesen alten Personenaufzügen: Sie haben Körbe ohne Türen, die in endloser Schleife laufen. Wenn man mitfahren will, muss man im richtigen Moment den Schritt in den Fahrkorb hinein wagen. Der Volksmund nennt diese Aufzüge "Paternoster".

"Pater noster" - das ist Latein und heißt übersetzt "Vater unser". Das ist der Anfang des wichtigsten Gebetes der Christen, das mit den Worten beginnt "Vater unser im Himmel". Der Fahrstuhl heißt nun aber nicht Paternoster, weil er in den Himmel führt. Schließlich geht es ja auf der anderen Seite auch wieder runter. Der Name geht auf das Rosenkranzgebet der katholischen Christen zurück, das früher meist in Latein gebetet wurde. In dieser meditativen Gebetsform werden verschiedene Texte regelmäßig wiederholt. Jeder neue Abschnitt beginnt dabei mit dem "Vater unser" oder Paternoster. Für den Außenstehenden ergibt sich leicht der Eindruck, als ob sich die Gebete beim Rosenkranz endlos wiederholen - eben so wie die Körbe des Paternoster endlos umlaufen.

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.