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sein Scherflein beitragen

Wenn man zu einer Aktion - zum Beispiel einer Spenden-Aktion - etwas beitragen will, dann sagt man manchmal: Ich will mein Scherflein beitragen. Wissen Sie, was ein Scherflein eigentlich ist? Eine kleine Münze. Daß wir sie bis heute kennen, hängt mit einer Geschichte aus der Bibel zusammen: Jesus hat einmal im Jerusalemer Tempel beobachtet, wie die Leute Geld in den Opferkasten warfen. Und seinen Schülern gegenüber lobte er eine arme Witwe, die nur zwei kleine Münzen einwarf. Sie hatte damit fast alles weggegeben, während andere nur etwas von ihrem Überfluß weggaben. Martin Luther hat den griechischen Begriff in der Geschichte von der Witwe mit dem mittelalterlichen Wort "Scherflein" übersetzt. Und so ist das Scherflein in die Redewendung gekommen.

Markus 12, 41 - 44

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.