kathweb

um Himmels willen / ach, du lieber Himmel / etwas stinkt zum Himmel

Wenn man über eine Neuigkeit bestürzt ist, dann sagt man manchmal: "um Himmels willen" oder "ach, du lieber Himmel". Wie viele stammt auch diese Redeweise aus der jüdisch-christlichen Tradition. Zur Zeit der Bibel war der Himmel ganz klar die Wohnung oder der Thron Gottes. Und im Laufe der Zeit trauten sich die Juden immer seltener, den Namen Gottes auszusprechen. Deshalb setzte man damals einfach Himmel und Gott gleich. Man mußte es nicht aussprechen; aber jeder wußte, was gemeint war. "Um Himmels willen" heißt deshalb nichts weiter als "um Gottes willen". Und wenn etwas zum Himmel stinkt, das soll ja vorkommen, dann verlangt dieser Mißstand einfach die Strafe Gottes, der im Himmel thront.

Daniel 4,23; 1 Makkabäer 3,18

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.