kathweb

Unter die Räuber fallen / Der barmherzige Samariter

Wenn man Geschäfte macht, muss man aufpassen, dass man nicht "unter die Räuber fällt". Also dass man nicht schamlos ausgenutzt und ausgebeutet wird. Ursprünglich meinte diese Redewendung die Sache allerdings wortwörtlich.

Jesus erzählt in der Bibel von einem Mann, der auf dem Weg von Jerusalem nach Jerichow tatsächlich unter die Räuber fällt. Er wird ausgeraubt, fast tot geschlagen und hilflos liegen gelassen. Zum Glück kommt nach einiger Zeit ein edler Mann vorbei, der den Überfallenen in eine Herberge bringt und auf seine Kosten versorgen lässt. Die Geschichte ist für die frommen Mitbürger Jesu starker Tobak: Denn bevor der Helfer erscheint, passieren zwei besonders fromme Leute auf dem Weg zum Gottesdienst die Unglücksstelle - und lassen den armen Mann liegen. Und der, der da geholfen hat, ist ausgerechnet ein Ausländer aus Samaria, der natürlich auch noch den falschen Glauben hat. Aber er ist bekannt geworden als der "barmherzige Samariter". Jesus würde die Geschichte heute vielleicht in Berlin spielen lassen, in der Rolle eines Helden der Nächstenliebe vielleicht ein Muslim ohne deutschen Pass ...?

Lukas Kap. 10 Vers 30 ff

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.