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von Pontius zu Pilatus

Angeblich ist keiner für diese Sache zuständig, Sie kennen das sicher. Behördengang hoch, Behördengang runter - oder so ähnlich. Man wurde von "Pontius zu Pilatus" geschickt, sagt man manchmal in solchen Situationen. Die Redewendung geht auf die Berichte in den Evangelien über den Prozeß gegen Jesus zurück. Das heißt, eigentlich ist die Redewendung eine Verballhornung.

Jesus wurde in Jerusalem von seinen jüdischen Gegnern festgenommen und nach jüdischem Recht verurteilt. Aber Palästina war besetztes Land und Gerichtsgewalt hatten nur die Römer. Deshalb zogen sie mit Jesus zur Residenz des römischen Statthalters, und der hieß Pontius Pilatus. Doch der hatte wohl keine Lust, sich in die inner-jüdischen Querelen einzumischen. Deshalb schickte er Jesus zunächst zu König Herodes, denn der war für Galiläa zuständig, wo Jesus zuletzt seinen ständigen Wohnsitz hatte. Doch Herodes schickte ihn wieder zu Pontius Pilatus zurück. Und schließlich hat Pilatus Jesus doch verurteilt.

Lukas 23,7 und folgende

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.