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Wer andern eine Grube gräbt

Wer zum ersten Mal die Bibel in die Hand nimmt, wird vielleicht überrascht sein, dass das kein durchgängiges Buch nach einem strengen Plan ist. Es ist eine ganze Bibliothek von Büchern, die sehr unterschiedlich zustande gekommen und auch sehr verschieden im Charakter sind.

Kein Wunder, denn das Wort "die Bibel" kommt aus dem Griechischen und heißt eigentlich nichts weiter als "die Bücher" - in der Mehrzahl. Eine Abteilung in dieser Bibliothek wird heute die "Weisheitsliteratur" genannt. Da finden sich Lieder, philosophische Gedanken, Lehrerzählungen und vor allem Sprüche-Sammlungen. Unendlich viel Stoff für Poesie-Alben, Spruchkarten und Wandkalender. In diesen Texten sind mehr als 1000 Jahre Volksweisheit versammelt. Wenn man darin liest, kann es passieren, daß Seiten-weise der Name "Gott" überhaupt nicht vorkommt. Und trotzdem sind sie in die Bibel aufgenommen worden. Denn sie geben Antwort darauf, wie ein ehrbarer und frommer Mensch leben soll. Viele dieser Sprüche leben bis heute weiter. Der bekannteste ist vielleicht folgender: "Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein."

Sprichwörter 26,27; Jesus Sirach 27,26; Kohelet 10,8

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.