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zum Sündenbock machen / in die Wüste schicken

Wenn in der Politik etwas schief läuft, dann wird oft statt der wirklichen Ursache des Übels einfach ein Sündenbock gesucht. Jedenfalls sagt man das dann so, auch wenn man damit nicht ganz dasselbe meint, was mit einem Sündenbock ursprünglich gemeint war.

Schon in recht alten Schriften der Bibel ist von einem Ritual die Rede, mit dem der Sündenbock verbunden ist. An einem Festtag im Jahr, dem Versöhnungstag, auf hebräisch "jom kippur", wird ein Ziegenbock wortwörtlich "in die Wüste geschickt", und dort muß er ohne menschliche Fürsorge sterben. Vorher hat der Hohepriester des Volkes Israel vor Gott die Sünden des Volkes bekannt und diese Sünden unter Handauflegung auf den Bock übertragen. Der Bock hatte natürlich mit den Sünden der Menschen nichts zu tun. Und das unterscheidet ihn oft von einem heutigen Sündenbock, der zur Strafe "in die Wüste geschickt" wird.

Lev 16,5-10; Lev 16,20-22

Sprichwörter und Redensarten

Eine ganze Reihe von Redensarten und Redewendungen, die heute noch gebräulich sind, gehen auf die Texte der Heiligen Schrift oder deren Übersetzungen zurück. Vor allem die Übersetzung der Bibel von Martin Luther hat die deutsche Sprache geprägt. Manche Wendung geht auf exakt zu benennende Bibelstellen zurück, andere bemühen häufiger in der Bibel verwendete sprachliche Bilder - wie z.B. in den Psalmen.

Aber auch die spätere christliche, religiöse Praxis hat sich - genauso wie die Lektüre der Schriften des Alten und Neuen Testaments - in der Alltagssprache niedergeschlagen. kathweb erklärt die gebräuchlichsten Redewendungen und Sprichwörter.