Am Vorabend des 1. Adventssonntags, Samstag, dem 29. November 2025, rief Gott, der Herr über Leben und Tod, seinen treuen Diener, unseren Mitbruder Herrn Propst in Ruhe Prälat Paul Julius Kockelmann zu sich in sein himmlisches Reich.
Prälat Paul Julius Kockelmann stand im 96. Lebensjahr und im 72. Jahr seines priesterlichen Dienstes.
Paul Julius Kockelmann wurde am 23. März 1930 in Berlin-Dahlem als Sohn der Eheleute Franz und Theresa Kockelmann geboren. Dort wuchs er mit einer Schwester und einem Bruder auf. 1936 zog die Familie nach Nordhausen. Seit dem Umzug besuchte Paul Julius Kockelmann die dortige Grundschule und das Gymnasium. Nachdem die Familie 1943 nach Erfurt umgezogen war, besuchte Paul Julius Kockelmann das Thomas-Müntzer-Gymnasium in Erfurt und schloss 1948 die Schulausbildung mit dem Abitur ab. 1948 begann er das Theologiestudium in Fulda und setzte es 1953 im Pastoralseminar in Neuzelle fort. Nach dem Abschluss des Theologiestudiums wurde Paul Julius Kockelmann zusammen mit drei weiteren Diakonen am 25. April 1954 im Dom St. Marien zu Erfurt durch Weihbischof Dr. Joseph Freusberg zum Priester geweiht.
Seinen priesterlichen Dienst begann er am 1. Juni 1954 als Kaplan in Gotha und wechselte 1956 in die Pfarrei Rudolstadt. Am 1. Oktober 1957 wurde er zum Pfarrkurat der Pfarreien Sondershausen, Mühlhausen und Hüpstedt mit Wohnsitz in Keula ernannt. 1959 übernahm er die Aufgabe des Vikars der Pfarrei St. Ägidien zu Heiligenstadt. In dieser Zeit wurde ihm die Verantwortung für die Jugendseelsorge im Eichsfeld übertragen, die ihr neues Zentrum im Bildungshaus „Marcel Callo“ fand. 1964 ernannte ihn der Bischof zum Pfarrer der Pfarrei Birkungen. Seine begeisternden Predigten wurden bekannt und viele Katholiken aus den Nachbardörfern kamen deshalb gern nach Birkungen zum Gottesdienst. 1967 übernahm er den Dienst als Propst der Pfarrei St. Marien zu Heiligenstadt und damit die Verantwortung als Dechant des Dekanates Heiligenstadt. Im gleichen Jahr wurde er zusätzlich zum Bischöflichen Kommissar in Heiligenstadt ernannt.
Propst Kockelmann war Vizepräsident bei der Dresdener Pastoralsynode von 1973 bis 1975. 1995 verzichtete er auf die Pfarrei St. Marien und wurde zum Rektor des Klosters „Kerbscher Berg“ bei Dingelstädt ernannt. Papst Johannes Paul II ernannte ihn am 26. Juli 1979 zum Päpstlichen Ehrenprälat. Aus Anlass seines 70. Geburtstages wurde ihm der „Ehrenring des Landkreises Eichsfeld“ verliehen. 2004 ernannte ihn die Stadt Heilbad Heiligenstadt zu ihrem Ehrenbürger. Im Jahr 2005 bat Paul Julius Kockelmann den Bischof um Versetzung in den Ruhestand und zog nach 3 Jahren wieder nach Heiligenstadt. Wegen der zunehmenden Pflegebedürftigkeit wechselte er 2023 in das Johanniterhaus am Richteberg in Heiligenstadt. Im Jahr 2024 konnte er dort das seltene 70jährige Priesterjubiläum feiern. Am 29. November legte er sein Leben in Gottes Hand zurück.
Bischof Dr Wanke schrieb zu seinem 70. Geburtstag:
„Als Bischöflicher Kommissarius warst Du unter den schwierigen politischen Bedingungen zur DDR-Zeit ein zäher und kompetenter Verhandlungspartner mit den staatlichen Stellen. Hier hat Dir Dein Humor und oft hintergründiger Witz gute Dienste geleistet, um der Kirche im Eichsfeld einen gewissen Freiraum zu schaffen.“
Bischof Dr. Neymeyr würdigte seinen Dienst anlässlich des 70. Priesterjubiläums mit den Worten:
„Ihr Humor ist ein Ausdruck der tiefen Verwurzelung in der Hoffnungskraft unseres Glaubens.“
Ein besonderer Dank gilt seiner langjährigen Haushälterin Frau Olga Röpner, die Propst Kockelmann für seinen Dienst den nötigen Freiraum geschaffen hat.
Überpfarrlich übernahm Paul Julius Kockelmann während seines Dienstes die Verantwortung als Bezirksjugendseelsorger im Eichsfeld, als Mitglied im Priesterrat, im Seelsorgerat und Ordinariatsrat, in der Bischöflichen Schlichtungsstelle, als Ökumenebeauftragter und ACK-Mitglied.
Requiescat in pace!
Für das Bistum Erfurt
Weihbischof Dr. Reinhard Hauke
Bischofsvikar für Priester und Diakone
Das Requiem wird gefeiert am Samstag, dem 06. Dezember 2025, um 10:00 Uhr in der Propsteikirche St. Marien zu Heiligenstadt. Im Anschluss daran ist die Beerdigung auf dem Kirchhof vor der Propsteikirche.