Vertrauensvoll und zupackend

Am 9. Januar 2026, rief Gott, der Herr über Leben und Tod, seinen treuen Diener, unseren Mitbruder Herrn Domkapitular und Pfarrer in Ruhe Bernhard Bock zu sich in sein himmlisches Reich. 
Pfarrer Bernhard Bock stand im 77. Lebensjahr und im 50. Jahr seines priesterlichen Dienstes.

Bernhard Bock wurde am 1. November 1949 in Weimar als zweites Kind von drei Brüdern geboren und wuchs dort mit seinen Eltern Johannes und Brigitte Bock auf, die aus Schlesien vertrieben worden waren. Nach seinem Schulbesuch von 1956 bis 1964 an der Goethe-Schule und von 1964 bis 1968 an der Erweiterten Oberschule in Weimar, wo er auch gleichzeitig den Beruf des Kraftfahrzeugschlossers erlernte, bat er um Aufnahme ins Priesterseminar Erfurt.  

Nach dem Abschluss des Theologiestudiums in Erfurt wurde Bernhard Bock am 24. April 1976 im Erfurter Dom St. Marien durch Bischof Hugo Aufderbeck mit vier weiteren Diakonen zum Priester geweiht. Sein priesterlicher Dienst begann als Vikar der Propsteigemeinde St. Marien zu Heiligenstadt. 1983 wurde er zum Pfarrkuraten der Kuratien St. Johannes der Täufer in Kölleda und St. Josef in Heldrungen ernannt. 1989 übernahm er zusätzlich die Verantwortung für die Seelsorge in der Kuratie Wiehe. 1986 verlieh ihm der Bischof den Titel „Pfarrer“ aufgrund seiner langjährigen pastoralen Tätigkeit.

1990 wechselte er in den Dienst als Hochschulpfarrer in Jena und wurde 1991 zusätzlich zum Pfarrer der Pfarrei St. Marien zu Camburg ernannt. Seit dem 1. August 2005 war Pfarrer Bernhard Bock als Pfarrer der Pfarrei St. Andreas zu Bad Salzungen und der Pfarrei St. Kilian zu Bad Liebenstein eingesetzt. Beide Pfarreien wurden 2008 neuumschrieben und zusammengeführt. Am 3. Dezember 2011 ernannte ihn Bischof Dr. Joachim Wanke zum Nichtresidierenden Domkapitular des Kathedralkapitels St. Marien zu Erfurt. Im Sommer 2020 verzichtete er auf die Pfarrei St. Andreas in Bad Salzungen und wurde zum 1. Dezember 2020 in den Ruhestand versetzt.

Im Ruhestandsdekret schrieb Bischof Dr. Ulrich Neymeyr:
„Alle vielfältigen Dienste mit ihren Veränderungen und zusätzlichen Belastungen haben Sie in Ruhe und Gelassenheit angenommen und getragen. Sie sind auf die Menschen zugegangen und waren für sie ein vertrauensvoller, zupackender und freundlicher Seelsorger.“  

In seinem Ruhestand wohnte er im ehemaligen Pfarrhaus von Bad Salzungen und übernahm weiterhin die seelsorglichen Dienste, solange es seine Kräfte erlaubten. Nach einer kurzen und schweren Erkrankung legte er am Freitag, dem 9. Januar 2026 zur Todesstunde Jesu im Helios-Klinikum Erfurt sein Leben in die Hände seines Schöpfers.

Zu danken ist Pfarrer Bock für seine Bereitschaft zur Übernahme des Dienstes als Richter (1984-1996) und als Vizeoffizial (1988-1993) des Interdiözesanen Offizialates, als Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe „Justitia et Pax“ in der Berliner Bischofskonferenz, als Mitglied der Ökumenekommission des Bistums Erfurt, als stellvertretender Dechant des Dekanates Weimar und als Dechant des Dekanates Meiningen.

Requiescat in pace!
Für das Bistum Erfurt

Weihbischof Dr. Reinhard Hauke
Bischofsvikar für Priester und Diakone

Das Requiem wird am Donnerstag, 22.01.2026, um 10.30 Uhr im Hohen Dom St. Marien zu Erfurt gefeiert. Im Anschluss daran ist um 13 Uhr die Beerdigung auf dem Hauptfriedhof von Erfurt, Binderslebener Landstraße 75